Wertvolle Zeit

Stell dir eine Bank vor, die dir jeden Morgen 86.400.- Euro auf dein Konto überweist und die jeden Abend das Geld wieder zurücknimmt, das du nicht verbraucht hast. Was würdest du mit dem Geld machen?

Selbstverständlich so viel wie möglich verbrauchen!

Im Grunde hast du eine solche Bank. Man nennt sie Zeit. Jeden neuen Morgen bekommst du 86.400 Sekunden, die du genauso verwenden kannst, wie du willst. Jeden Abend ist die verschwendete Zeit für immer weg. Es gibt keine Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen, es gibt keine Möglichkeit, Zeit für die Zukunft aufzusparen.
Verwende darum deine Zeit so klug wie möglich. Gestalte den Tag so, dass er es wert ist, dass man sich daran erinnert.

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Um den Wert eines Monats zu verstehen,
frage eine Mutter, deren Kind zu früh geboren wurde.
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Um den Wert eines Tages zu verstehen,
frage jemand, der noch einen Tag Urlaub hat.
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Um den Wert einer Stunde zu verstehen,
frage zwei Frischverliebte, die darauf warten, sich treffen zu können.
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Um den Wert einer Minute zu verstehen,
frage einen, der gerade den Zug verpasst hat.
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Um den Wert einer Sekunde zu verstehen,
frage denjenigen, der gerade knapp einem Autounfall entgangen ist.
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Um den Wert einer Millisekunde zu verstehen,
frage den 100-Meter-Läufer, der die Silbermedaille bekommen hat.
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Achte auf jeden einzelnen Augenblick!

Quelle: unbekannt

Hagel-Äpfel

Jim Youngs Ziel war es, Äpfel zu verkaufen. Er war stolz auf seine glänzenden, festen, saftigen Äpfel. Er baute ein gut gehendes Versandgeschäft auf, und seine Kunden wussten, dass sie jedes Jahr die gleiche Qualität erwarten konnten.

In einem Jahr gab es nun kurz vor der Ernte ein schweres Unwetter. Die Schalen fast aller Äpfel trugen Flecken vom Hagelschlag davon. Da stand Jim nun mit Tausenden von Bestellungen und Rechnungen. Wenn er diese Äpfel verschickte, würde er Tausende von unzufriedenen Kunden und ein ruiniertes Geschäft haben. Wie konnte er diesen Nachteil in einen Vorteil für sich verwandeln?

Er wusste, dass die Äpfel von erstklassiger Qualität waren. Er wusste, dass sie nur äußerlich Schaden gelitten hatten. Ihr Geschmack war sogar noch besser als sonst, weil kaltes Wetter während der Reifezeit das Aroma verbessert hatte.

Seine Entscheidung: Die Bestellungen auszuführen, aber in jeden Karton steckte er folgende Karte:
„Liebe Kunden, bitte achten Sie auf die Hagelflecken, die auf der Schale einiger Äpfel kleine Schönheitsfehler verursacht haben. Sie beweisen, dass diese Äpfel hoch in den Bergen gewachsen sind, wo Unwetter mit ihren plötzlichen Kälteeinbrüchen dazu beitragen, dass das Fruchtfleisch fest wird und sich natürlicher Fruchtzucker entwickelt, was diesen Äpfeln ihr unvergleichliches Aroma verleiht.“

Nicht eine der Sendungen wurde zurückgeschickt. Der Witz bei dieser Sache: Im folgenden Jahr erhielt Jim Bestellungen für „Äpfel mit Hagelflecken, falls erhältlich. Andernfalls schicken Sie die normalen …“

Die Moral: Stellen Sie den vermeintlichen Nachteil in den Vordergrund!

Aus „Kommunikation für Könner“, von Vera F. Birkenbihl

Der dumme Junge

Ein kleiner Junge schlendert an einem Frisörladen vorbei. Als der Inhaber ihn sieht, flüstert er zu seinem Kunden: „Das da ist das dümmste Kind der Stadt. Warten Sie, ich beweise es Ihnen.“

Er ruft den Jungen zu sich heran, nimmt einen Fünf-Euro-Schein in die eine Hand und zwei Eurostücke in die andere und hält die Hände offen vor sich hin. Dann fragt er das Kind: „Na, Junge, welche Hand möchtest du nehmen? Such dir eine aus!“

Freudig nimmt der Junge die beiden Münzen und geht weiter.

Der Frisör schüttelt den Kopf, dreht sich zu seinem Kunden und sagt: „Habe ich es nicht gesagt? Der Bengel begreift es einfach nicht.“

Nachdem der Kunde fertig frisiert ist, verlässt er den Laden. Draußen sieht er den Jungen vor einer Eisdiele sitzen. Er läuft hinüber und fragt ihn neugierig: „Sag mal Kleiner, warum nimmst du denn lieber die zwei Euro, anstatt die fünf Euro?“

Der Junge leckt zufrieden an seinem Eis und erklärt: „Naja, an dem Tag, an dem ich die fünf Euro nehme, ist das Spiel ja vorbei.“

Quelle: unbekannt

Man sollte eben niemand unterschätzen :). Ihre Hildegund Wölfel

Der Kampf

Ein Mann fand einen Schmetterlingskokon und nahm ihn mit nach Hause, um den Schmetterling schlüpfen zu sehen.
Eines Tages wurde eine kleine Öffnung sichtbar. Während mehrerer Stunden kämpfte der Schmetterling, doch es schien, als könne er seinen Körper nicht über einen bestimmten Punkt hinaus bringen. Da glaubte der Mann, dass etwas nicht richtig sei und nahm eine Schere, um den Rest des Kokons aufzuschneiden.

Der Schmetterling schlüpfte mit Leichtigkeit heraus: Ein großer aufgedunsener Körper, mit kleinen, schrumpeligen Flügeln. Der Mann dachte, dass sich die Flügel in ein paar Stunden zu ihrer natürlichen Schönheit entfalten würden, doch es geschah nicht.

Anstatt sich in ein Geschöpf zu verwandeln, das frei war zu fliegen, verbrachte der Schmetterling sein Leben damit, einen geschwollenen Körper und aufgedunsene Flügel mit sich herumzuschleppen.

Der enge Kokon und der Kampf, der nötig ist, um durch enge Öffnung hindurchzuschlüpfen, sind der Weg der Natur, Flüssigkeit vom Körper in die Flügel zu zwingen. Der „gnadenvolle“ Schnitt war in Wirklichkeit grausam.
Manchmal ist ein Kampf genau das, was wir brauchen.

Der Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.“

Die alte Frau lächelte. „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?“ „Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen.

Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen. Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.

Quelle: unbekannt

Die drei Siebe

Aufgeregt kam jemand zu Sokrates gelaufen. „Höre, Sokrates, da muss ich dir erzählen, wie dein Freund …“. „Halt ein!“, unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe geschüttelt?“ „Drei Siebe?“, fragte der andere voll Verwunderung. „Ja, mein Freund, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ „Nein, ich hörte es erzählen, und …“. „So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, wenigstens gut?“ Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil …“ Dann“, unterbrach in der Weise, „lass uns das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt.“ „Notwendig, nun nicht gerade …“. „Also“, lächelte Sokrates, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.“

Quelle: unbekannt
aus „Inhalte auf dem Punkt gebracht“ von Detlev Blenk, Beltz Verlag, Weinheim

Der Tempel der tausend Spiegel

Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.

Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.

Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe. Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.

Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.

(aus Indien) Quelle: unbekannt

Der Hotdog-Stand

Es war einmal ein Hotdog-Stand-Besitzer, der ganz wunderbare Hotdogs machte. Er arbeitete in einem großen Park und der Duft seiner speziellen Hotdogs war schon von weitem spürbar. Die Leute kamen gern zu ihm, denn er machte nicht nur hervorragende Hotdogs sondern nahm sich auch Zeit, um mit ihnen zu plaudern. Er war freundlich und seine Kunden spürten, dass er sich über sie freute. Sein Geschäft lief prächtig.

Eines Tages kam sein Sohn von der Wirtschaftsuniversität zurück und sie redeten miteinander. Sein Vater erzählte ihm, dass er sich mit dem Gedanken trage, seinen Stand zu erweitern oder eventuell einen zweiten zu eröffnen. Sein Sohn schaute ihn zweifelnd an und auf die Frage, was den los sei, fragte er seinen Vater, ob er denn nicht über die Wirtschaftslage Bescheid wüsste. Denn diese sehe gar nicht so rosig aus, im Gegenteil, nach neuesten Erkenntnissen geben die Leute immer weniger Geld aus und viele Unternehmen bangen um ihre Existenz. In Zeiten wie diesen sei die Erweiterung des Geschäftes gar nicht sinnvoll, meinte er, ja sogar gefährlich. Sein Vater nickte nachdenklich und beschloss, doch nicht zu erweitern. Im Gegenteil, er dachte sich, wenn die Leute sowieso weniger Geld zur Verfügung haben, müssten sie ja mehr arbeiten und könnten auch nicht mehr so oft zu ihm an den Hot-Dog-Stand kommen. Er beschloss seine Einkäufe zu reduzieren, keine Werbung mehr zu machen und keine Hotdogs mehr im Voraus herzurichten. Auf einmal duftete es im Park gar nicht mehr nach frischen Hotdogs und es kamen daraufhin auch weniger Menschen zu ihm. Und da seine gute Laune auch nicht mehr die war, wie früher, kamen immer weniger und er dachte sich, wie Recht sein Sohn doch hatte.

Heute hat er seinen Stand zugesperrt und denkt darüber nach, warum denn die Leute kein Geld und keine Zeit mehr haben. Es hat ihm soviel Spass gemacht, als die „Zeiten“ noch besser waren.

Das Denkmal des Kritikers

Einem fortschrittlichen Geist, den häufige Kritik entmutigte, sagte der Meister: „Hör auf die Worte des Kritikers. Er verrät, was deine Freunde vor dir verbergen.“

Aber er sagte auch: „Lass dich nicht von dem, was der Kritiker sagt nieder drücken. Noch nie wurde zu Ehren eines Kritikers ein Denkmal errichtet, wohl aber für Kritisierte.“

Der Segen der Augenlider

Nachdem sich einer seiner Schüler eines ernsten Vergehens schuldig gemacht hatte, erwarteten alle, dass der Meister ihn exemplarisch bestrafen würde. Als ein voller Monat vorüber war, ohne dass er etwas getan hatte, machten sie dem Meister Vorwürfe: „Wir können nicht übersehen, was passiert ist. Schließlich hat uns Gott Augen gegeben.“ „Ja“, erwiderte der Meister, „und Augenlider.“